Mit Version 1.0 hat das Programm Artikel23 nun, nach zweieinhalb Jahren Entwicklungszeit, den ursprünglich geplanten Entwicklungsstand erreicht. Es hat doch bedeutend länger gedauert als ursprünglich gedacht. Ein Grund dafür war, dass es dem Projekt nicht gelang, weitere Entwickler für das Projektziel zu begeistern, was bei der Fülle von interessanten und ambitionierten Projekten nicht ungewöhnlich ist und möglicherweise auch in der im Linux-Lager weit verbreiteten Skepsis gegenüber der eingesetzten .Net-Technologie begründet sein mag. Artikel23 verwendet WinForms und läuft ohne Modifikationen mit der Mono-Runtime unter Linux und mit der Mono- oder .NET-Runtime unter Windows.
Mit der Version 1.0 hat Artikel23 den geplanten Funktionsumfang erreicht und befindet sich schon seit einigen Monaten bei Beta-Testern im produktiven Einsatz.
Bei Artikel23 handelt es sich um ein CRM (Customer Relationship Management) für kleine Büros und Heimbüros (SOHO). Es existiert zwar bereits eine ganze Reihe von großen Open Source CRM-Lösungen, die um die Gunst der Anwender und Entwickler buhlen, aber speziell für den SOHO Bereich ist das Angebot noch sehr dünn gesät.
Die naheliegende Frage ist natürlich, braucht man im SOHO-Bereich tatsächlich ein spezielles CRM-System? Natürlich kann man auch mit einem Trecker zum Einkaufen fahren. Wir glauben aber, dass Artikel23 dem Anwender im SOHO-Bereich das Leben tatsächlich erleichtert. Artikel23 vereinfacht den Aufwand für den Administrator enorm. Es werden weder ein Webserver, noch Tomcat, PHP, Zope oder eine andere Umgebung oder gar ein Application Server benötigt. Artikel23 benötigt lediglich eine PostgreSQL-Datenbank, welche man - im Gegensatz zu hochkomplexen Webanwendungen - per Paketmanager manuell oder automatisiert aktualisieren kann, ohne tiefgreifendes Fachwissen zu besitzen.
Artikel23 ist ein zweischichtiges Client-Server-System (Two-Tier Client/Server). Der Fat Client ist für die Logik zuständig und verbindet sich (u. a. per SSL) direkt mit der Datenbank, die für die Konsistenz und die Zugriffskontrolle zuständig ist.
Die Kernfunktion von Artikel23 besteht darin, Angebote und Gesuche miteinander abzugleichen und den Kontaktverlauf zwischen Anbieter und Konsument/Nutzer zu dokumentieren. Ursprünglich war das Programm für die kollektive Arbeitssuche in der Gruppe gedacht. Durch die konsequente Umsetzung von thematischen Vorlagen, sogenannten “globalen Themes” kann es sehr einfach für andere Anwendungsbereiche in denen Angebote mit Gesuchen abgeglichen werden müssen, angepasst werden. Das Programm bringt bereits fertige Themes für verschiedene Bereiche mit (z.B. Autohandel, Wohnungssuche, Vereinsverwaltung etc.).
Bei Artikel23 kann das Gesuchte und das Angebotene sehr detailliert beschrieben und über ausgereifte Matching-Prozesse miteinander abgeglichen werden. Besonderen Wert wurde bei dem Fat Client darauf gelegt, die Stärken gegenüber einem Web-Interface auszureizen. Arbeitsabläufe sollen möglichst flüssig in wenigen Schritten gestaltet werden. Aufgrund des sehr schlanken Netzverkehrs mit der Datenbank, sind die Antwortzeiten sehr kurz und das Arbeiten fühlt sich wesentlich geschmeidiger an als dies im Webbrowser möglich wäre.
Artikel23 ist multilingual und enthält im Paket bereits eine engliche und eine deutsche Sprachdatei. In nahezu jedem Fenster informiert eine Kontexthilfe sowohl in Englisch als auch in Deutsch über die Funktionsweise des gerade geöffneten Fensters. Für die Anleitung zur Installation und den grundlegenden Umgang mit dem Programm steht ein deutsches PDF-Dokument zur Verfügung.
Installationsdateien liegen auf der Projektseite als deb- und rpm-Pakete, sowie Windows-Installer zum Download bereit. Zum unverbindlichen Testen gibt es ein ISO-Image mit einem Live-System, mit einem vorinstallierten Artikel23.
Erstellt von O. Radicke
















